Was ist der Unterschied zwischen Psychologen und Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie ? 

 

Ein Psychiater studiert nicht Psychologie, sondern zunächst Medizin und absolviert im Anschluss eine fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt, in welcher man als Assistenzarzt/Assistenzärztin für vier Jahre in einem psychiatrischen Krankenhaus tätig ist und über ein Jahr in einer neurologischen Abteilung. Darüber hinaus wird in einem Ausbildungsinstitut ein Psychotherapieverfahren erlernt, wie in meinem Fall die Verhaltenstherapie. 

Psychiater sind ambulant in Praxen oder MVZs, teilstationär in Tageskliniken, oder stationär in Akutkliniken, Suchtkliniken, als Gutachter, in der Forschung oder auch in der Forensik tätig, in der Gerontopsychiatrie, Neuropsychiatrie, Schlafmedizin, oder aber auch beim Medizinischen Dienst der Krankenkassen. 

 

Detailliertere Informationen sind auf der Homepage der Ärztekammer Berlin unter "Weiterbildungsordnung" zu finden.

 

Was soll ich zum ersten Termin mitbringen?


Bitte bringen sie eine Liste der Medikamente welche sie regelmässig einnehmen (einschliesslich der Dosierungen) und alle vorhandenen Arzt-/Krankenhausberichte, Befunde und medizinische Gutachten zum Ersttermin mit.

 

Ich möchte eine Psychotherapie beginnen, wie ist der Ablauf?

 

Im Erstgespräch kläre ich mit Ihnen ob eine Psychotherapie erforderlich, erfolgsverprechend und aus medizinischer Sicht möglich ist (hier ist die psychische und physische Belastbarkeit entscheidend), ob diese ambulant oder stationär, als Langzeit- oder Kurzzeittherapie erfolgen sollte. Darüber hinaus ist abzuklären welches Richtlinienverfahren (von der Kasse übernommen werden Psychoanalyse, Tiefenpsychologische Psychotherapie und Verhaltenstherapie) für sie geeignet ist, ob eine besondere Subspezialisierung des Therapeuten ausschlaggebend ist (z.B. traumatherapeutisch, CBASP etc) oder ob Gründe gegen eine Psychotherapie bzw. ein bestimmtes Verfahren sprechen. Auch wenn bereits eine Psychotherapie abgeschlossen wurde, welche nicht das erwünschte Ergebnis erbracht hat, kann ich versuche mit ihnen zu analysieren woran es gelegen hat und welche alternativen Behandlungsethoden infrage kommen würden.

 

Ich selbst bin Verhaltenstherapeutin, biete supportive Gesprächstherapie und Coaching an. Teils ist dies kurzfristig als Intervention bei Krisen oder begleitend zu einer psychiatrischen Behandlung bei mir möglich. Eine Verhaltenstherapie als Kurzzeit- (25 Stunden) oder Langzeittherapie (45 Stunden) erfolgt in der Regel nach dem Erstgespräch über eine Warteliste. Sobald die Möglichkeit besteht lade ich sie dann zu weiteren Vorgesprächen (es werden fünf Vorgespräche von der Krankenkasse übernommen) ein, in welchen eine vertiefte Exploration, Bedingungsanalyse und das Erstellen eines möglichen Therapieplanes erfolgen. Dann wird ein Antrag bei ihrer Krankenkasse auf Übernahme der Kosten für eine ambulante Psychotherapie gestellt und nach Erteilen der Genehmigung kann die Behandlung beginnen. In der Verhaltenstherapie ist eine Sitzung in der Woche von 50 min üblich, nach Bedarf kann sich dies erhöhen, bzw. nach längerer Therapiedauer und Stabilsierung die Frequenz reduziert werden.


Kosten

Die Behandlungskosten richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte und werden von ihrer privaten Krankenversicherung übernommen. Bei gesetzlich Versicherten besteht die Möglichkeit meine psychiatrischen und psychotherapeutischen Leistungen als Selbstzahler in Anspruch zu nehmen.

 

Im Ausnahmefall kann die Psychotherapie im Kostenerstattungsverfahren nach § 13,3 SGB V von der gesetzlichen Kasse übernommen werden. Der Ablauf ist hier folgendermassen:

 

Nehmen sie Kontakt mit ihrer Krankenkasse auf:

lassen Sie sich erläutern, wie Sie erfolgreich einen Antrag auf Kostenerstattung für Psychotherapie stellen. Rechtsanspruch auf Kostenerstattung (§13 Abs. 3 SGB V) besteht grundsätzlich, wenn Sie diese nachweislich benötigen (s. unten) und keinen Therapeuten/in mit Kassenzulassung finden, welche(r) die Behandlung innerhalb einer zumutbaren Zeitspanne übernehmen könnte.


Sammeln Sie Psychotherapieablehnungen

Kontaktieren Sie mindestens 10 psychologische oder ärztliche Psychotherapeuten in Ihrer Nähe an und lassen Sie sich von diesen bestätigen, dass sie aufgrund mangelnder Kapazitäten zeitnah (innerhalb der nächsten 6 Wochen) keinen weiteren Klienten aufnehmen können. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen oder dokumentieren Sie die Telefonate (Datum, Uhrzeit und Ergebnis des Gesprächs)

Einem Gerichtsurteil (Rechtsquellen: BSG Az. 6 RKa 15/97) zufolge liegt es in der Verantwortung der Kassenärztlichen Vereinigungen und der KK, einen Psychotherapeuten zur Verfügung zu stellen.


Holen Sie eine "Notwendigkeitsbescheinigung" ein

Dies erfordert einen Besuch bei Ihrem Hausarzt oder Psychiater/Nervenarzt. Bitten Sie ihn darum, dass er Ihnen in einer kurzen schriftlichen Stellungnahme die Notwendigkeit einer psychotherapeutischen Behandlung bescheinigt.


Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind können sie im nächsten Schritt mit mir gemeinsam den Antrag auf Psychotherapie im Kostenerstattungsverfahren stellen.